Infos über Tierversuche Trügerische Sicherheit Seit vielen Jahrzehnten sehen die Gesetze vor, dass ein neues Medikament zuerst im Tierver- such getestet wird, bevor es bei Menschen angewandt wird. Was so sinnvoll klingt, bedeutet grausame Folter und Tod für Millionen von Tieren und macht Medikamente dennoch nicht sicher, denn zwischen Mensch und Tier, sowie zwischen verschiedenen Arten untereinander bestehen solche Unterschiede, dass die Ergebnisse der Tierversuche nicht einfach von einer Art auf die andere übertragbar sind. Während z. B. Morphium auf Mensch und Hund beruhigend wirkt, zeigen Katzen unkontrollierte Erregungserscheinungen, um nur ein Beispiel zu nennen. Was jeder Toxikologe und Pharmakologe weiß, wird den Patienten vorenthalten. So gibt es eine lange Liste von Medikamenten, die im Tierversuch unbedenklich waren und wegen ihrer Gefährlichkeit für den Menschen vom Markt zurückgezogen oder im Gebrauch stark einge- schränkt wurden. Wie der Mensch wirklich auf eine Substanz reagiert, weiß man derzeit erst, wenn sie in der klinischen Studie, also am Menschen selbst erprobt wurde. Der Contergan®-Skandal Ein gutes Beispiel dafür, dass die Ergebnisse von Tierversuchen nicht aussagekräftig für die Wirkung beim Menschen sein müssen, ist der Wirkstoff Thalidomid, besser bekannt als Contergan®. Schwangere Frauen nahmen das Schlafmittel, das zuvor an Mäusen und Ratten getestet und als sicher eingestuft worden war. Viele Kinder kamen mit Missbildungen zur Welt. Contergan® wurde vom Markt genommen und zahlreiche Tierversuche folgten. Bei über 95 % der Tiere traten keine Missbildungen auf. Bremse des Fortschritts Durch die unterschiedliche Wirkung von Substanzen bei Tieren und Menschen können nicht nur gefährliche Stoffe zugelassen, sondern auch für den Menschen hilfreiche Substanzen übersehen werden, da sie bei Tieren schädliche oder gar keine Wirkungen zeigen. So stehen Tierversuche auch der Entwicklung neuer Medikamente und Therapien im Weg. Viele Ärzte und auch ehemalige Tierexperimentatoren haben das mittlerweile eingesehen. Nachzulesen u. a. bei: Doctors and Layers for responsible Medicine www.dlrm.org Ärzte gegen Tierversuche www.aerzte-gegen-tierversuche.de Schweizer Verein zur Abschaffung der Tierversuche Gegründet vom ehemaligen Tierexperimenta- tor Dr. med. Dr. phil. Christoph Anderegg www.animalexperiments.ch Alternative Methoden Nicht nur Medikamente, auch Chemikalien und viele andere Stoffe werden an Tieren getestet. Tiere werden genmanipuliert, Krankheiten werden an ihnen erforscht und auch für die Psychologie und Verhaltensforschung werden sie gequält. Dabei gibt es menschenbezogene und dadurch zuverlässlichere Alternativen. Menschliches Gewebe So genannte „in vitro“-Tests mit menschlichem Gewebe können wesentlich aussagekräftiger sein als Tierversuche und die Medikamentensicherheit dadurch verbessern. Die Nebenwirkungen von Contergan® z. B. können durch ein „in vitro“-Verfahren mit menschlichen Zellen nachgewiesen werden, was im Tierversuch nicht gelang. Auch die Medikamentenforschung profitiert von menschlichen Zellkulturen, z.B. durch Experimente mit Krebszellen. Zudem können auch Chemikalientests an Tieren durch „in vitro“- Systeme ersetzt werden. Sie sind günstiger und lassen sich auch wiederholen, um Ergebnisse erneut zu überprüfen. Epidemiologische Studien Es wird versucht, mögliche Ursachen einer Erkrankung herauszufinden, indem man Teile der Bevölkerung zu bestimmten Faktoren untersucht und befragt. Z. B. fanden Forscher Cholesterinwerte, hoher Blutdruck, zu wenig Bewegung und Rauchen Risikofaktoren für Herzkrankheiten sind. Hauptziel der epidemiologischen Studien ist es, mit ihren Erkenntnissen Krankheiten zu verhindern. Physiologische Studien Statt Tiere krank zu machen, sie zu beobachten und die Ergebnisse auf den Menschen übertragen zu wollen, ist es weitaus effektiver, Krankheitsverläufe beim Menschen zu beobachten. Auch gesunde Menschen liefern wertvolle Hinweise, z. B. in der Hirnforschung. Computersimulationen Die moderne Technik ermöglicht es, auch komplexe biologische Vorgänge zu simulieren. Dies erlaubt den Forschern Einblicke und Experimente, die im Tierversuch sehr lange dauern, vielen Tieren das Leben kosten oder so gar nicht möglich wären. Warum gibt es dann noch Tierversuche? Über die Arbeit in Laboren und Forschungszentren ist die breite Öffentlichkeit nicht informiert. Pressemitteilungen von Forschern, die einen wissenschaftlichen Erfolg durch Tierversuche verkünden, sind meist alles, was den Normalbürger erreicht. Dabei geht es oft nur um das Karrierestreben der Tierexperimentatoren. Wissenschaftler erhalten für ihre Tierversuche öffentliche Gelder, sie publizieren ihre Studien in Fachzeitschriften, unabhängig davon, ob diese Studien einen Sinn haben oder nicht. Jede Veröffentlichung fördert die Wissenschaftlerkarriere. Versuchstierzuchten betreiben lukrative Geschäfte. Warum sollten die Profiteure den Ast abschneiden, auf dem sie sitzen? Die Entwicklung neuer Forschungsmethoden hängt davon ab, ob sich Wissenschaftler dafür einsetzen. Was Sie selbst tun können Nehmen Sie an Demonstrationen und Veranstaltungen gegen Tierversuche teil. Verteilen Sie Infomaterial zum Thema und wenden Sie sich an die Politik, damit diese tierversuchsfreie Forschungsmethoden unterstützt.